Eulen Apotheke

Was gehört in eine gut ausgestattete Hausapotheke

Welche Grundausstattung ist für die Hausapotheke sinnvoll?

Eine gute Hausapotheke muss nicht möglichst viele Medikamente enthalten. Wichtiger ist, dass die Mittel zum Haushalt passen, regelmäßig kontrolliert werden und im Bedarfsfall schnell zu finden sind.

Neben einigen Arzneimitteln gehören vor allem Verbandsmaterial, ein Fieberthermometer und persönliche Dauermedikamente zur Grundausstattung.

Wann haben Sie Ihre Hausapotheke zuletzt komplett ausgeräumt? Bei vielen Menschen sammeln sich dort über Jahre angebrochene Packungen, alte Rezepte, Pflaster und Medikamente, bei denen irgendwann niemand mehr genau weiß, wofür sie eigentlich gedacht waren.

Eine sinnvolle Hausapotheke sieht anders aus. Sie sollte übersichtlich sein und genau das enthalten, was für kleinere Verletzungen und häufige leichte Beschwerden im eigenen Haushalt tatsächlich benötigt wird.

Die passende Ausstattung ist deshalb bei einer allein lebenden Person nicht automatisch dieselbe wie bei einer Familie mit kleinen Kindern oder bei jemandem, der regelmäßig Medikamente wegen einer chronischen Erkrankung einnimmt.

Die Hausapotheke muss nicht groß sein

Das offizielle Gesundheitsportal des Bundes empfiehlt eine Auswahl häufig benötigter Medikamente, Verbandsmaterialien und Hilfsmittel. Dabei sollen die Personen berücksichtigt werden, die im Haushalt leben. Für Kinder können beispielsweise andere Arzneimittel und Dosierungen notwendig sein als für Erwachsene.

Es geht also nicht darum, für jede denkbare Krankheit bereits ein Medikament zu Hause zu haben. Sinnvoller ist eine kleine Grundausstattung, die bei Bedarf individuell ergänzt wird.

Ein guter Ausgangspunkt: Zuerst persönliche Dauermedikamente und Material für kleinere Verletzungen einplanen. Danach überlegen, welche leichten Beschwerden im eigenen Haushalt häufiger vorkommen.

Verbandsmaterial sollte sofort griffbereit sein

Ein kleiner Schnitt beim Kochen oder eine Schürfwunde passiert schneller als eine Erkrankung, für die ein spezielles Medikament benötigt wird. Deshalb gehört Verbandsmaterial zu den wichtigsten Bestandteilen einer Hausapotheke.

Für den normalen Haushalt sind unter anderem sinnvoll:

  • Pflaster in verschiedenen Größen,
  • sterile Kompressen,
  • Mullbinden oder andere geeignete Verbände,
  • Einmalhandschuhe,
  • eine Verbandsschere,
  • eine Pinzette,
  • ein geeignetes Wunddesinfektionsmittel.

Auch Verbandsmaterial sollte nicht jahrzehntelang unbeachtet im Schrank liegen. Sterile Produkte haben ein Verfallsdatum, und bei älteren Pflastern kann beispielsweise die Klebefähigkeit nachlassen. Das Gesundheitsportal des Bundes empfiehlt deshalb, auch diese Materialien regelmäßig zu kontrollieren.

Ein Fieberthermometer gehört zur Grundausstattung

Ein funktionierendes Fieberthermometer ist unspektakulär, aber im richtigen Moment sehr nützlich. Statt nur nach Gefühl einzuschätzen, ob jemand Fieber hat, lässt sich die Körpertemperatur tatsächlich messen.

Zusätzlich können je nach Haushalt beispielsweise ein Kühlpad oder eine Wärmflasche sinnvoll sein. Für Menschen, die häufig in der Natur unterwegs sind, kann auch eine Zeckenkarte oder Zeckenzange einen festen Platz in der Hausapotheke bekommen. Das Bundesgesundheitsportal nennt diese Hilfsmittel ebenfalls als mögliche Ergänzungen.

Welche Medikamente sollte man zu Hause haben?

Hier wird es individueller. Eine allgemeingültige Einkaufsliste für jeden Haushalt gibt es nicht.

Als Orientierung nennt gesund.bund.de unter anderem Mittel gegen Schmerzen und Fieber, bestimmte Medikamente gegen Erkältungsbeschwerden sowie Mittel für häufige Magen-Darm-Beschwerden. Auch eine Elektrolytlösung kann beispielsweise bei deutlichem Flüssigkeitsverlust durch Durchfall sinnvoll sein.

Welche konkreten Wirkstoffe oder Arzneiformen geeignet sind, hängt jedoch von den Personen im Haushalt ab. Alter, Schwangerschaft, Allergien, Vorerkrankungen und andere regelmäßig verwendete Medikamente können die Auswahl beeinflussen.

Deshalb besser keine Standardliste blind einkaufen: Wer eine Hausapotheke neu zusammenstellt, kann in der Apotheke klären, welche rezeptfreien Präparate zur eigenen Situation passen.

Persönliche Medikamente nicht vergessen

Wer regelmäßig ein bestimmtes Arzneimittel benötigt, sollte es bei der Hausapotheke zuerst berücksichtigen. Dazu können beispielsweise Medikamente gegen chronische Erkrankungen oder individuell benötigte Bedarfsmedikamente gehören.

Wichtig ist dabei nicht, möglichst große Vorräte anzulegen. Die benötigte Menge sollte zur Verordnung, Haltbarkeit und persönlichen Situation passen.

Hilfreich ist außerdem, Medikamente verschiedener Familienmitglieder nicht wahllos miteinander zu vermischen. Gerade bei ähnlichen Verpackungen oder unterschiedlichen Wirkstärken kann sonst schnell die falsche Packung gegriffen werden.

Antibiotika gehören nicht als Reserve für später in den Schrank

Übrig gebliebene verschreibungspflichtige Medikamente sollten nicht automatisch für die nächste vermeintlich ähnliche Erkrankung aufgehoben und später eigenständig verwendet werden.

Das gilt besonders für Antibiotika. Ob ein Antibiotikum überhaupt notwendig ist und welcher Wirkstoff geeignet wäre, hängt von der konkreten Erkrankung ab. Ein früher verschriebenes Präparat ist deshalb keine allgemeine Reserve für die nächste Infektion.

Dasselbe Prinzip gilt auch für andere verschreibungspflichtige Medikamente: Was einmal einer bestimmten Person für eine bestimmte Situation verordnet wurde, sollte nicht später einfach an ein anderes Haushaltsmitglied weitergegeben werden.

Bei Kindern gelten andere Regeln

Eine Hausapotheke für Erwachsene lässt sich nicht einfach unverändert für Kinder verwenden.

Viele Arzneimittel sind für bestimmte Altersgruppen nicht geeignet oder werden bei Kindern anders dosiert. gesund.bund.de weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass bei der Zusammenstellung einer Hausapotheke das Alter der Kinder berücksichtigt werden muss.

Welche Mittel für ein bestimmtes Kind sinnvoll sind, lässt sich am besten individuell mit Kinderarzt oder Apotheke besprechen.

Medikamente gehören außer Reichweite von Kindern

Dieser Punkt ist wichtiger als ein möglichst vollständiger Inhalt der Hausapotheke. Arzneimittel sollten so aufbewahrt werden, dass Kinder sie nicht selbst erreichen können.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass Medikamente zu den häufigen Auslösern möglicher Vergiftungen bei kleinen Kindern gehören. Das Institut empfiehlt deshalb eine kindersichere Aufbewahrung.

Einmal im Jahr alles ausräumen

Eine Hausapotheke wird schnell unübersichtlich, wenn immer nur neue Packungen hineingelegt werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist deshalb sinnvoll.

Dabei kann man nacheinander prüfen:

  • Ist das Verfallsdatum überschritten?
  • Welche Packung wurde bereits geöffnet?
  • Gibt es beschädigte oder nicht mehr eindeutig zuordenbare Medikamente?
  • Sind sterile Kompressen und anderes Verbandsmaterial noch verwendbar?
  • Funktioniert das Fieberthermometer?
  • Sind regelmäßig benötigte persönliche Medikamente ausreichend vorhanden?

Bei bestimmten Arzneimitteln gilt nach dem Öffnen eine kürzere Verwendungsdauer als das aufgedruckte allgemeine Verfallsdatum. Das kann beispielsweise bei einigen Augentropfen oder anderen flüssigen Präparaten der Fall sein. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt bei solchen Arzneimitteln, das Öffnungsdatum auf der Verpackung zu notieren.

Abgelaufene Medikamente nicht einfach weiterverwenden

Ein überschrittenes Verfallsdatum ist kein guter Anlass für einen Selbstversuch. Das Bundesgesundheitsministerium weist darauf hin, dass Arzneimittel nach Ablauf dieses Datums nicht mehr verwendet werden sollten.

Auch sichtbare Veränderungen sollten ernst genommen werden. Verfärbungen, ungewöhnlicher Geruch, Risse an Tabletten, ausgeflockte Flüssigkeiten oder veränderte Cremes können Hinweise darauf sein, dass ein Produkt nicht mehr in Ordnung ist.

Bei Unsicherheit kann die Packung in der Apotheke gezeigt werden, statt allein nach dem Aussehen zu entscheiden.

Wohin mit alten Medikamenten?

Nicht mehr benötigte Arzneimittel gehören nicht in die Toilette oder in das Waschbecken. Wirkstoffreste sollen möglichst nicht in das Abwasser gelangen.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums können viele Altarzneimittel in Deutschland über den Hausmüll entsorgt werden, sofern die Packungsbeilage keine besonderen Vorgaben enthält und die örtlichen Entsorgungsregeln nichts anderes vorsehen. Gemeinden können zusätzlich eigene Sammelsysteme anbieten. Auch manche Apotheken nehmen alte Medikamente freiwillig zurück.

Deshalb lohnt sich bei Unsicherheit ein Blick auf die Vorgaben der eigenen Kommune.

Der Badezimmerschrank ist meist nicht der beste Platz

Obwohl der Begriff „Medizinschrank“ häufig sofort an das Badezimmer erinnert, ist gerade dieser Raum oft ungeeignet.

Feuchtigkeit und Temperatur schwanken dort regelmäßig. Das Bundesgesundheitsministerium nennt das Badezimmer deshalb ausdrücklich als wenig geeigneten Aufbewahrungsort für Arzneimittel.

Besser ist normalerweise ein trockener, geschützter Platz, an dem die vorgeschriebenen Lagerungstemperaturen eingehalten werden können.

Medikamente sollten möglichst in ihrer Originalverpackung zusammen mit der Packungsbeilage aufbewahrt werden. So bleiben Name, Wirkstärke, Verfallsdatum und Lagerungshinweise eindeutig nachvollziehbar.

Eine gute Hausapotheke erkennt man nicht an ihrer Größe

Zehn verschiedene Schmerzmittel, alte Antibiotikareste und Medikamente von früheren Behandlungen machen einen Haushalt nicht besser vorbereitet.

Nützlicher ist eine übersichtliche Auswahl: geeignetes Verbandsmaterial, einige passende Mittel für häufige leichte Beschwerden, persönliche Medikamente und ein funktionierendes Fieberthermometer.

Wer einmal im Jahr kontrolliert, was noch benötigt wird und was aussortiert werden kann, muss im entscheidenden Moment nicht erst zwischen alten Packungen suchen.

Medizinischer Hinweis: Welche Medikamente für eine Hausapotheke geeignet sind, hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen, Schwangerschaft, Allergien und weiteren eingenommenen Arzneimitteln ab. Bei der Auswahl von Medikamenten für Kinder oder bei bestehenden Erkrankungen ist eine individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheke sinnvoll.

Quellen