Wird Tadalafil von der Krankenkasse bezahlt?
Bei erektiler Dysfunktion wird Tadalafil von der gesetzlichen Krankenkasse in der Regel nicht bezahlt.
Eine wichtige Ausnahme betrifft Tadalafil 5 mg bei erwachsenen Männern mit benignem Prostatasyndrom. In dieser zugelassenen Indikation kann eine Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich möglich sein.
Warum bezahlt die GKV Tadalafil bei Erektionsstörungen meist nicht?
Nach § 34 SGB V sind Arzneimittel von der Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen, wenn bei ihrer Anwendung überwiegend eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht.
Das Gesetz nennt ausdrücklich Arzneimittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion und zur Steigerung der sexuellen Potenz.
Für die Praxis bedeutet das: Wird Tadalafil ausschließlich zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion verordnet, müssen gesetzlich Versicherte die Kosten normalerweise selbst tragen.
Wann kann Tadalafil 5 mg von der Krankenkasse bezahlt werden?
Tadalafil 5 mg hat neben der Behandlung einer erektilen Dysfunktion auch eine zugelassene Anwendung bei Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung.
In Anlage II der Arzneimittel-Richtlinie wird deshalb ausdrücklich eine Ausnahme genannt: Tadalafil 5 mg zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms bei erwachsenen Männern.
Wird Tadalafil 5 mg aufgrund eines benignen Prostatasyndroms verordnet, kann eine Verordnung zulasten der GKV grundsätzlich möglich sein.
Was ist das benigne Prostatasyndrom?
Beim benignen Prostatasyndrom treten Beschwerden der unteren Harnwege im Zusammenhang mit einer gutartigen Prostatavergrößerung auf.
Typische Beschwerden können beispielsweise sein:
- häufiger Harndrang,
- nächtliches Wasserlassen,
- schwächerer Harnstrahl,
- Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens,
- das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleert zu haben.
Tadalafil 5 mg kann die glatte Muskulatur im Bereich von Prostata und Blase beeinflussen und dadurch solche Beschwerden bei geeigneten Patienten verbessern.
Wird Tadalafil 5 mg automatisch bezahlt, wenn man Prostatabeschwerden hat?
Nein. Die Ausnahme bedeutet nicht, dass jede Tadalafil-5-mg-Verordnung automatisch zulasten der Krankenkasse erfolgt.
Entscheidend sind unter anderem:
- eine passende medizinische Diagnose,
- eine zugelassene Anwendung,
- die ärztliche Verordnung,
- die allgemeinen Voraussetzungen der GKV-Arzneimittelversorgung.
Entscheidend ist also nicht allein die Wirkstärke 5 mg, sondern warum Tadalafil verordnet wird.
Was passiert, wenn Tadalafil 5 mg gegen ED und BPS gleichzeitig hilft?
Tadalafil 5 mg kann bei manchen Männern sowohl Beschwerden des benignen Prostatasyndroms als auch eine gleichzeitig bestehende erektile Dysfunktion verbessern.
Für die Frage der GKV-Verordnungsfähigkeit ist jedoch die medizinische Indikation relevant, auf deren Grundlage die Verordnung erfolgt.
Eine bestehende erektile Dysfunktion allein macht Tadalafil nicht zu einer GKV-Leistung.
Wer entscheidet über die Verordnung?
Die medizinische Indikation und die Verordnung werden durch den behandelnden Arzt beurteilt.
Bei Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung ist häufig ein Hausarzt oder Urologe der richtige Ansprechpartner.
Apotheke und Krankenkasse können zusätzlich bei Fragen zur konkreten Abrechnung beziehungsweise Kostenübernahme helfen.
Wie ist es bei Tadalafil 10 mg oder 20 mg?
Tadalafil 10 mg und 20 mg werden typischerweise bedarfsweise bei erektiler Dysfunktion eingesetzt.
Für diese Anwendung greift grundsätzlich der Ausschluss von Arzneimitteln zur Behandlung der erektilen Dysfunktion aus der GKV-Versorgung.
Die in der Arzneimittel-Richtlinie genannte Ausnahme betrifft ausdrücklich Tadalafil 5 mg zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms.
Zahlt die private Krankenversicherung Tadalafil?
Bei einer privaten Krankenversicherung lässt sich die Kostenübernahme nicht pauschal beantworten.
Entscheidend sind unter anderem der gewählte Tarif, die medizinische Indikation und die jeweiligen Versicherungsbedingungen.
Privatversicherte sollten deshalb die Bedingungen ihres Tarifs prüfen oder die Kostenübernahme direkt bei ihrer Versicherung erfragen.
Muss man Tadalafil bei ED selbst bezahlen?
Gesetzlich versicherte Patienten müssen Tadalafil bei einer Verordnung ausschließlich aufgrund einer erektilen Dysfunktion normalerweise selbst bezahlen.
Der konkrete Preis hängt von Wirkstärke, Hersteller und Packungsgröße ab. Generische Tadalafil-Präparate können sich preislich deutlich vom Originalpräparat unterscheiden.
Weitere Informationen zu Tadalafil
Informationen zur täglichen Anwendung von 5 mg finden Sie auf unserer Produktseite Tadalafil 5 mg .
Informationen zur bedarfsweisen Anwendung finden Sie unter Tadalafil 10 mg .
Häufige Fragen zur Kostenübernahme von Tadalafil
Zahlt die Krankenkasse Tadalafil bei erektiler Dysfunktion?
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Tadalafil bei ausschließlicher Behandlung einer erektilen Dysfunktion grundsätzlich nicht. Arzneimittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion sind nach § 34 SGB V von der Versorgung ausgeschlossen.
Wann kann Tadalafil 5 mg Kassenleistung sein?
Eine Ausnahme besteht für Tadalafil 5 mg zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms bei erwachsenen Männern. In dieser Indikation kann eine Verordnung zulasten der GKV grundsätzlich möglich sein.
Reicht eine Prostatavergrößerung für die Kostenübernahme?
Nicht automatisch. Es muss eine medizinisch passende Indikation vorliegen und die Verordnung muss die Voraussetzungen der gesetzlichen Arzneimittelversorgung erfüllen.
Wird Tadalafil 20 mg von der Krankenkasse bezahlt?
Bei Anwendung gegen erektile Dysfunktion grundsätzlich nicht. Die besondere Ausnahme in Anlage II betrifft Tadalafil 5 mg zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms.
Zahlt eine private Krankenversicherung Tadalafil?
Das hängt vom jeweiligen Tarif und der medizinischen Indikation ab. Eine allgemeingültige Regel wie bei der GKV gibt es für alle privaten Versicherungsverträge nicht.
Ist Tadalafil 5 mg bei BPS immer kostenlos?
Nein. Auch bei einer GKV-Verordnung können beispielsweise die üblichen gesetzlichen Zuzahlungsregelungen gelten, sofern keine Befreiung besteht.
Hinweis: Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick über die Erstattungsregeln. Ob eine konkrete Verordnung zulasten einer Krankenkasse möglich ist, hängt von Diagnose, Verordnung und Versicherungsverhältnis ab.