Eulen Apotheke

Produkt

Ivermectin 3 mg Tabletten

Verschreibungspflichtiges Antiparasitikum

Ivermectin 3 mg Tabletten gegen bestimmte Parasiteninfektionen

Ivermectin ist ein antiparasitärer Wirkstoff zur Behandlung bestimmter Parasiteninfektionen.

In Deutschland sind unter anderem Tabletten mit 3 mg Ivermectin erhältlich, die bei Skabies, gastrointestinaler Strongyloidiasis und bestimmten Formen der lymphatischen Filariose eingesetzt werden.

Welche Dosis erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsgebiet und häufig auch vom Körpergewicht ab.

Ivermectin ist kein allgemein einsetzbares Mittel gegen Juckreiz oder jede vermutete Parasiteninfektion und sollte nur nach ärztlicher Diagnose beziehungsweise bei begründetem Verdacht angewendet werden.

Wirkstoff Ivermectin

Wirkstärke 3 mg

Darreichungsform Tabletten

Arzneimittelgruppe Antiparasitikum

Anwendung Bestimmte Parasiteninfektionen

Abgabe Verschreibungspflichtig

Wichtig: Ivermectin wird nicht vorbeugend gegen beliebige Parasiteninfektionen eingesetzt. Auch Juckreiz allein ist kein ausreichender Grund für eine Behandlung. Bei Skabies sollte eine ärztliche Diagnose oder ein begründeter Verdacht vorliegen.

Ivermectin: Wirkung und Anwendungsgebiete

Wie wirkt Ivermectin?

Ivermectin wirkt gegen bestimmte Parasiten, indem es deren Nerven- und Muskelfunktion stört.

Der Wirkstoff bindet unter anderem an bestimmte Chloridkanäle, die bei vielen wirbellosen Parasiten vorkommen.

Dadurch werden die Parasiten gelähmt und können absterben.

Welche Parasiten empfindlich auf Ivermectin reagieren, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab.

Das Arzneimittel ist deshalb nicht für jede Wurm-, Milben- oder andere Parasiteninfektion geeignet.

Wofür wird Ivermectin eingesetzt?

Die aktuelle deutsche Fachinformation für Ivermectin 3 mg nennt unter anderem folgende Anwendungsgebiete:

  • gastrointestinale Strongyloidiasis durch Strongyloides stercoralis,
  • Mikrofilarämie bei lymphatischer Filariose durch Wuchereria bancrofti,
  • Skabies beziehungsweise Krätze.
Bei der lymphatischen Filariose wirkt Ivermectin gegen unreife Parasitenstadien, nicht jedoch gegen ausgewachsene Würmer. Das konkrete Behandlungsziel hängt deshalb vom jeweiligen Krankheitsbild ab.

Ivermectin bei Krätze (Skabies)

Skabies wird durch Krätzmilben verursacht, die sich in die oberste Hautschicht eingraben.

Typisch sind starker Juckreiz, insbesondere nachts, sowie kleine Papeln, Knötchen oder feine Milbengänge.

Ivermectin kann bei bestätigter oder ärztlich vermuteter Skabies eingesetzt werden.

Es wirkt systemisch und wird als Tablette eingenommen.

Damit unterscheidet es sich von äußerlich angewendeten Arzneimitteln gegen Skabies.

Juckreiz allein reicht nicht aus: Ivermectin sollte nicht nur aufgrund unspezifischen Juckreizes eingenommen werden. Vor der Behandlung sollte Skabies ärztlich festgestellt oder zumindest begründet vermutet werden.

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung kann der Juckreiz noch einige Zeit bestehen bleiben.

Das bedeutet nicht automatisch, dass weiterhin lebende Milben vorhanden sind oder dass sofort eine weitere Dosis erforderlich ist.

Ivermectin bei Strongyloidiasis und Filariose

Strongyloidiasis

Die gastrointestinale Strongyloidiasis wird durch den Fadenwurm Strongyloides stercoralis verursacht.

Die Infektion kann über längere Zeit bestehen und bei immungeschwächten Patienten schwere Verläufe annehmen.

Ivermectin gehört zu den Arzneimitteln, die bei dieser Infektion eingesetzt werden.

Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht und wird als Einzeldosis festgelegt.

Lymphatische Filariose

Ivermectin kann außerdem bei Mikrofilarämie eingesetzt werden, die durch unreife Stadien von Wuchereria bancrofti verursacht wird.

In diesem Anwendungsgebiet reduziert der Wirkstoff die Zahl der Mikrofilarien im Blut.

Die Behandlung folgt speziellen Dosierungsschemata und kann abhängig vom Behandlungsschema in größeren zeitlichen Abständen wiederholt werden.

Solche Behandlungen gehören in ärztliche beziehungsweise tropenmedizinische Betreuung.

Ivermectin 3 mg: Dosierung nach Körpergewicht

Bei mehreren zugelassenen Anwendungsgebieten wird Ivermectin anhand des Körpergewichts dosiert.

Für die Behandlung der gastrointestinalen Strongyloidiasis sieht die Fachinformation eine einmalige orale Dosis von 200 Mikrogramm Ivermectin pro Kilogramm Körpergewicht vor.

Bei Ivermectin 3 mg ergibt sich daraus folgende Dosierung:

Körpergewicht Anzahl 3-mg-Tabletten
15–24 kg 1 Tablette
25–35 kg 2 Tabletten
36–50 kg 3 Tabletten
51–65 kg 4 Tabletten
66–79 kg 5 Tabletten
ab 80 kg 6 Tabletten
Auch bei Skabies beträgt die zugelassene Dosis 200 Mikrogramm Ivermectin pro Kilogramm Körpergewicht. Ob eine zweite Einzeldosis erforderlich ist, entscheidet der Arzt anhand des Behandlungsverlaufs.
Nicht auf alle Anwendungen übertragen: Bei lymphatischer Filariose gelten andere Dosierungs- und Wiederholungsschemata. Die verordnete Dosis sollte deshalb nicht eigenständig berechnet oder verändert werden.

Wie wird Ivermectin eingenommen?

Ivermectin 3 mg wird oral eingenommen.

Die verordnete Zahl der Tabletten wird gleichzeitig mit Wasser auf nüchternen Magen eingenommen.

Zwei Stunden vor und zwei Stunden nach der Einnahme sollte keine Nahrung aufgenommen werden, da der Einfluss von Nahrung auf die Aufnahme des Arzneimittels nicht abschließend geklärt ist.

  • Alle für die Einzeldosis verordneten Tabletten gleichzeitig einnehmen.
  • Die Tabletten mit Wasser schlucken.
  • Zwei Stunden vor und nach der Einnahme nichts essen.
  • Eine weitere Dosis nur entsprechend der ärztlichen Anweisung einnehmen.
Bei Kindern unter 6 Jahren können die Tabletten entsprechend der Gebrauchsinformation vor dem Schlucken zerkleinert werden. Für Kinder mit einem Körpergewicht unter 15 kg ist die Sicherheit der Anwendung nicht erwiesen.

Wann wirkt Ivermectin bei Skabies?

Ivermectin beginnt nach der Einnahme gegen empfindliche Parasiten zu wirken.

Bei Skabies lässt sich der Behandlungserfolg jedoch nicht allein daran erkennen, wie schnell der Juckreiz verschwindet.

Die aktuelle Gebrauchsinformation weist darauf hin, dass der Erfolg der Skabiesbehandlung erst nach etwa vier Wochen sicher beurteilt werden kann.

Der Juckreiz kann trotz erfolgreicher Behandlung noch längere Zeit fortbestehen, weil die Entzündungs- und Immunreaktion der Haut nicht unmittelbar verschwindet.

Der Arzt kann bei Skabies innerhalb von 8 bis 15 Tagen eine zweite Einzeldosis verordnen. Eine Wiederholung sollte nicht allein aufgrund fortbestehenden Juckreizes eigenständig erfolgen.

Gegenanzeigen und besondere Vorsichtsmaßnahmen

Ivermectin darf nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen Bestandteil des Arzneimittels besteht.

Das Arzneimittel darf ebenfalls nicht erneut eingenommen werden, wenn nach einer früheren Ivermectin-Anwendung bereits ein schwerer Hautausschlag, Hautabschälungen, Blasenbildung oder wunde Stellen im Mund aufgetreten sind.

Vor der Behandlung sollte der Arzt außerdem über bestehende Erkrankungen, andere Medikamente und Aufenthalte in Regionen informiert werden, in denen bestimmte Filarieninfektionen verbreitet sind.

Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollte Ivermectin nur angewendet werden, wenn die Behandlung eindeutig erforderlich ist und ärztlich empfohlen wurde.

Ivermectin geht in die Muttermilch über, weshalb auch während der Stillzeit eine individuelle ärztliche Beurteilung erforderlich ist.

Kinder

Für Kinder unter 15 kg Körpergewicht ist die Sicherheit von Ivermectin in den zugelassenen Anwendungsgebieten nicht erwiesen.

Die Behandlung dieser Gewichtsgruppe erfordert daher eine besondere medizinische Beurteilung.

Welche Nebenwirkungen können bei Ivermectin auftreten?

Nebenwirkungen können sowohl durch Ivermectin selbst als auch durch die Reaktion des Körpers auf absterbende Parasiten entstehen.

Art und Häufigkeit der Beschwerden können sich deshalb zwischen den behandelten Parasiteninfektionen unterscheiden.

Mögliche Beschwerden sind unter anderem:

  • Schwindel oder Schläfrigkeit,
  • Übelkeit oder Erbrechen,
  • Zittern,
  • Hautreaktionen oder Juckreiz,
  • allgemeines Unwohlsein.

Bei lymphatischer Filariose können im Zusammenhang mit der Reaktion auf Mikrofilarien zusätzlich Fieber, Schwitzen, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Schwellungen und Kreislaufbeschwerden auftreten.

Schwere Haut- oder Allergiereaktionen: Bei Atemnot, starken Schwellungen, großflächigem Hautausschlag, Blasenbildung, Hautablösung oder wunden Stellen an den Schleimhäuten sollte unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Wechselwirkungen und weitere Hinweise

Vor Beginn der Behandlung sollte der Arzt oder Apotheker über alle regelmäßig oder gelegentlich eingenommenen Arzneimittel informiert werden.

Das gilt auch für rezeptfreie Präparate, pflanzliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel.

Die Bedeutung möglicher Wechselwirkungen hängt von der jeweiligen Begleitmedikation und vom individuellen Gesundheitszustand ab.

Ivermectin und COVID-19

Die auf dieser Seite beschriebene Anwendung von Ivermectin bezieht sich auf zugelassene parasitäre Erkrankungen.

Ivermectin sollte nicht eigenständig zur Behandlung oder Vorbeugung von COVID-19 verwendet werden.

Frühere Diskussionen über einen möglichen Einsatz bei COVID-19 ändern nichts an den zugelassenen Anwendungsgebieten der hier beschriebenen Ivermectin-Tabletten.

Rx

Ivermectin Tabletten sind verschreibungspflichtig

Ivermectin 3 mg wird in Deutschland auf ärztliche Verordnung abgegeben.

Vor der Behandlung sollte geklärt werden, welche Parasiteninfektion vorliegt und welches Dosierungsschema dafür vorgesehen ist.

Insbesondere bei Skabies sollte eine Behandlung nicht ausschließlich aufgrund von Juckreiz begonnen werden.

Preis und verfügbare Packungsgrößen

Ivermectin 3 mg ist in verschiedenen Packungsgrößen erhältlich.

Hersteller, verfügbare Stückzahl und Preis können je nach konkret verordnetem beziehungsweise lieferbarem Präparat unterschiedlich sein.

Die dargestellten Preise beziehen sich auf aktuell gelistete Ivermectin-ratiopharm 3 mg Tabletten in deutschen Apotheken.

Wirkstärke Packungsgröße Preis
Ivermectin 3 mg 4 Tabletten 70,76 €
Ivermectin 3 mg 6 Tabletten 37,13 €
Ivermectin 3 mg 8 Tabletten 130,67 €
Ivermectin 3 mg 12 Tabletten 190,89 €
Ivermectin 3 mg 20 Tabletten 244,27 €
Hinweis zu Preis und Packungsgröße: Die dargestellten Preise gelten für die jeweils genannte Produktvariante und sind nicht als einheitlicher Festpreis für sämtliche Ivermectin-Präparate zu verstehen. Hersteller, Anbieter, Verfügbarkeit, Rezeptart und tatsächlicher Verkaufspreis können abweichen.

Versand und Abholung

Ivermectin 3 mg ist verschreibungspflichtig.

Die Abgabe erfolgt deshalb auf Grundlage einer gültigen ärztlichen Verordnung und entsprechend dem konkret verordneten beziehungsweise verfügbaren Präparat.

Informationen zur Bestellung, Abholung und zum Arzneimittelversand innerhalb Deutschlands finden Sie unter Versand & Lieferung bei der Eulen-Apotheke.

Häufige Fragen zu Ivermectin

Wofür wird Ivermectin eingesetzt?

Ivermectin wird bei bestimmten Parasiteninfektionen eingesetzt, darunter Skabies, gastrointestinale Strongyloidiasis und Mikrofilarämie bei lymphatischer Filariose durch Wuchereria bancrofti.

Hilft Ivermectin gegen Krätze?

Ja. Ivermectin ist für die Behandlung von Skabies zugelassen, wenn die Erkrankung ärztlich festgestellt oder begründet vermutet wird.

Wie wird Ivermectin nach Körpergewicht dosiert?

Bei Strongyloidiasis und Skabies beträgt die zugelassene Dosis 200 Mikrogramm Ivermectin pro Kilogramm Körpergewicht. Für lymphatische Filariose gelten eigene Dosierungsschemata.

Wie schnell wirkt Ivermectin bei Skabies?

Ivermectin wirkt nach der Einnahme gegen die Milben, der Juckreiz kann jedoch deutlich länger bestehen bleiben. Der Behandlungserfolg lässt sich deshalb nicht allein anhand des Juckreizes beurteilen.

Ist Ivermectin rezeptpflichtig?

Ja. Ivermectin-3-mg-Tabletten sind in Deutschland verschreibungspflichtig und werden auf ärztliche Verordnung abgegeben.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite dient der allgemeinen Arzneimittelinformation zu Ivermectin 3 mg.

Sie ersetzt weder eine ärztliche Diagnose noch eine individuelle Therapieentscheidung oder die Gebrauchsinformation des tatsächlich abgegebenen Arzneimittels.

Bei unklarem Juckreiz, vermuteter Skabies, Aufenthalten in Tropenregionen, Schwangerschaft, Stillzeit, einem Körpergewicht unter 15 kg oder schweren Haut- beziehungsweise Allgemeinreaktionen sollte vor der Anwendung eine individuelle medizinische Beurteilung erfolgen.

Quellen