Eulen Apotheke

Produkt

Metformin (Glucophage)

glucophage metformin
Verschreibungspflichtiges Arzneimittel bei Typ-2-Diabetes

Glucophage (Metformin) bei Typ-2-Diabetes

Glucophage enthält den Wirkstoff Metformin und gehört zu den am häufigsten eingesetzten Arzneimitteln zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2.

Das Arzneimittel wird angewendet, wenn Ernährung und körperliche Aktivität allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren.

Glucophage ist als Filmtablette mit 500 mg, 850 mg und 1000 mg Metforminhydrochlorid erhältlich.

Welche Wirkstärke und Tagesdosis geeignet sind, richtet sich unter anderem nach Blutzuckerwerten, Nierenfunktion, Verträglichkeit und der übrigen Diabetesbehandlung.

Wirkstoff Metformin

Wirkstärken 500 mg, 850 mg, 1000 mg

Darreichungsform Filmtabletten

Arzneimittelgruppe Biguanid

Anwendung Diabetes mellitus Typ 2

Abgabe Verschreibungspflichtig

Kurz erklärt: Metformin senkt den Blutzucker, ohne die Bauchspeicheldrüse unmittelbar zu einer erhöhten Insulinausschüttung anzuregen. Bei alleiniger Anwendung verursacht Metformin deshalb normalerweise keine Unterzuckerung.

Glucophage: Wirkung und Anwendung bei Typ-2-Diabetes

Wie wirkt Metformin?

Metformin wirkt an mehreren Stellen des Glukosestoffwechsels.

Besonders wichtig ist die Verminderung der Glukoseproduktion in der Leber.

Zusätzlich verbessert Metformin die Empfindlichkeit gegenüber Insulin und unterstützt dadurch die Aufnahme und Verwertung von Glukose im Körper.

Anders als einige andere blutzuckersenkende Arzneimittel stimuliert Metformin die Insulinfreisetzung nicht unmittelbar.

Bei einer alleinigen Behandlung mit Glucophage besteht deshalb normalerweise kein relevantes Hypoglykämierisiko.

Wann wird Glucophage eingesetzt?

Glucophage ist zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 vorgesehen, insbesondere wenn eine Anpassung von Ernährung und körperlicher Aktivität allein nicht ausreicht.

Bei Erwachsenen kann Metformin:

  • allein angewendet werden,
  • mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln kombiniert werden,
  • zusammen mit Insulin eingesetzt werden.

Bei Kindern ab 10 Jahren und Jugendlichen kann Glucophage ebenfalls allein oder zusammen mit Insulin angewendet werden.

Glucophage 500 mg, 850 mg oder 1000 mg?

Alle drei Wirkstärken enthalten denselben Wirkstoff und ermöglichen eine individuelle Anpassung der Metformin-Tagesdosis.

Wirkstärke Typische Bedeutung in der Therapie
Glucophage 500 mg Häufig verwendete Wirkstärke zur Therapieeinleitung und flexiblen Dosierung
Glucophage 850 mg Alternative Anfangs- oder Erhaltungsdosis entsprechend der ärztlichen Verordnung
Glucophage 1000 mg Für höhere Tagesdosen bei entsprechend eingestellter Therapie

Bei Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion beginnt die Behandlung üblicherweise mit 500 mg oder 850 mg Metforminhydrochlorid zwei- bis dreimal täglich.

Nach etwa 10 bis 15 Tagen kann die Dosis anhand der gemessenen Blutzuckerwerte und der Verträglichkeit angepasst werden.

Wirkstärke nicht selbst wechseln: Glucophage 500 mg, 850 mg und 1000 mg sollten nicht ohne Rücksprache gegeneinander ausgetauscht werden. Entscheidend ist die verordnete gesamte Tagesdosis.

Wie wird Glucophage richtig eingenommen?

Glucophage wird während oder nach einer Mahlzeit eingenommen.

Dadurch können typische Magen-Darm-Beschwerden häufig besser begrenzt werden.

  • Tabletten während oder direkt nach dem Essen einnehmen.
  • Die Tagesdosis entsprechend der Verordnung auf die vorgesehenen Einnahmen verteilen.
  • Die Dosis nicht eigenständig erhöhen oder verringern.
  • Bei einer vergessenen Einnahme keine doppelte Dosis einnehmen.

Ob Glucophage morgens, mittags oder abends eingenommen wird, hängt von der Zahl der täglich verordneten Dosen ab.

Bei zwei oder drei Einnahmen pro Tag erfolgt die Einnahme üblicherweise verteilt zu den Mahlzeiten.

Warum wird Metformin langsam aufdosiert?

Eine schrittweise Dosissteigerung kann die Verträglichkeit von Metformin verbessern.

Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust treten besonders häufig zu Beginn einer Metformin-Behandlung auf.

Die Fachinformation sieht bei Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion nach etwa 10 bis 15 Tagen eine Überprüfung der Blutzuckerwerte und gegebenenfalls eine Anpassung der Dosis vor.

Eine höhere Dosis ist nicht automatisch besser verträglich. Die schrittweise Einstellung ist ein wichtiger Bestandteil der Metformin-Therapie.

Glucophage und Magen-Darm-Beschwerden

Beschwerden des Verdauungstrakts gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen von Metformin.

Sie treten besonders zu Beginn der Behandlung auf und bilden sich bei vielen Patienten im weiteren Verlauf wieder zurück.

Sehr häufig werden beschrieben:

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Bauchschmerzen,
  • Appetitverlust.

Die Verteilung der Tagesdosis auf zwei oder drei Einnahmen während oder nach den Mahlzeiten und eine schrittweise Dosissteigerung können die Magen-Darm-Verträglichkeit verbessern.

Starker oder länger anhaltender Durchfall und wiederholtes Erbrechen können zu Dehydrierung führen. Dadurch kann sich die Nierenfunktion verschlechtern und das Risiko einer Metformin-Anreicherung steigen.

Metformin und Nierenfunktion

Metformin wird über die Nieren ausgeschieden.

Deshalb muss die Nierenfunktion vor Beginn der Behandlung und anschließend regelmäßig kontrolliert werden.

Bei normaler beziehungsweise stabiler Nierenfunktion erfolgt die Kontrolle in der Regel mindestens einmal jährlich.

Bei älteren Patienten oder erhöhtem Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion sind häufigere Kontrollen erforderlich.

Bei einer GFR unter 60 ml/min sollten vor Beginn beziehungsweise Fortführung der Behandlung zusätzlich Faktoren berücksichtigt werden, die das Risiko einer Laktatazidose erhöhen können.

GFR Maximale Tagesdosis Metformin
60–89 ml/min 3000 mg
45–59 ml/min 2000 mg
30–44 ml/min 1000 mg
< 30 ml/min Metformin kontraindiziert
Nierenfunktion nicht selbst beurteilen: Eine notwendige Dosisanpassung richtet sich nach der gemessenen GFR und weiteren individuellen Risikofaktoren. Bei einer GFR unter 30 ml/min darf Metformin nicht angewendet werden.

Laktatazidose: selten, aber ernst

Eine Laktatazidose ist eine sehr seltene, aber schwere Stoffwechselkomplikation.

Das Risiko steigt insbesondere, wenn sich Metformin infolge einer akuten oder chronisch eingeschränkten Nierenfunktion im Körper anreichert.

Weitere Risikosituationen können sein:

  • starke Dehydrierung,
  • schwere Infektionen oder Sepsis,
  • akute Verschlechterung der Nierenfunktion,
  • schwere Herz- oder Atemwegserkrankungen mit Gewebehypoxie,
  • Leberinsuffizienz,
  • akute Alkoholintoxikation oder übermäßiger Alkoholkonsum.
Verdacht auf Laktatazidose: Muskelkrämpfe, Bauchschmerzen, starke Schwäche, Atembeschwerden, Unterkühlung oder zunehmende Bewusstseinsstörungen können Warnzeichen sein. Bei entsprechenden Beschwerden ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich.

Glucophage und Alkohol

Größere Mengen Alkohol können während einer Metformin-Therapie das Risiko einer Laktatazidose erhöhen.

Das gilt insbesondere bei Fasten, Mangelernährung, Lebererkrankungen oder eingeschränkter Nierenfunktion.

Akute Alkoholintoxikation und Alkoholismus erhöhen das Risiko einer Laktatazidose und gehören zu den in der Fachinformation genannten Gegenanzeigen einer Metformin-Behandlung.

Wer regelmäßig größere Mengen Alkohol konsumiert, sollte die individuelle Situation mit Arzt oder Apotheke besprechen.

Metformin und Vitamin B12

Metformin kann den Vitamin-B12-Spiegel senken.

Eine Abnahme beziehungsweise ein Mangel an Vitamin B12 wird in der Fachinformation als häufige Nebenwirkung aufgeführt.

Das Risiko steigt unter anderem mit einer höheren Metformin-Dosis, längerer Behandlungsdauer und bereits vorhandenen Risikofaktoren für einen Vitamin-B12-Mangel.

Bei ungewöhnlicher Müdigkeit, Blutarmut, Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder anderen Hinweisen auf einen Vitamin-B12-Mangel kann eine Bestimmung des Vitamin-B12-Spiegels sinnvoll sein.

Glucophage zusammen mit Insulin oder anderen Diabetesmitteln

Metformin kann mit Insulin und anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln kombiniert werden.

Eine Kombinationstherapie kann erforderlich sein, wenn Metformin allein die Blutzuckerwerte nicht ausreichend kontrolliert.

Metformin selbst verursacht normalerweise keine Hypoglykämie.

In Kombination mit Insulin, Sulfonylharnstoffen oder anderen Arzneimitteln mit relevantem Unterzuckerungsrisiko kann die Wahrscheinlichkeit einer Hypoglykämie jedoch steigen.

Änderungen an Insulin oder anderen Antidiabetika sollten nicht eigenständig vorgenommen werden. Die Kombinationstherapie richtet sich nach Blutzuckerwerten und individuellem Therapieziel.

Wann muss Metformin vorübergehend pausiert werden?

Bei starker Dehydrierung

Bei starkem Durchfall, wiederholtem Erbrechen, Fieber oder deutlich verminderter Flüssigkeitsaufnahme sollte Metformin vorübergehend abgesetzt und medizinischer Rat eingeholt werden.

Bei jodhaltigen Kontrastmitteln

Die intravaskuläre Gabe jodhaltiger Kontrastmittel kann zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen.

Dadurch kann sich Metformin anreichern und das Risiko einer Laktatazidose erhöhen.

Metformin muss vor oder zum Zeitpunkt der intravaskulären Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels abgesetzt werden.

Die Behandlung darf frühestens 48 Stunden danach und erst nach erneuter Beurteilung einer stabilen Nierenfunktion wieder aufgenommen werden.

Bei größeren Operationen

Bei Operationen unter Allgemein-, Spinal- oder Epiduralanästhesie muss Metformin zum Zeitpunkt des Eingriffs abgesetzt werden.

Die Behandlung darf frühestens 48 Stunden nach der Operation beziehungsweise nach Wiederaufnahme der oralen Ernährung und nur bei stabiler Nierenfunktion wieder begonnen werden.

Welche Nebenwirkungen können bei Glucophage auftreten?

Die häufigsten Nebenwirkungen von Glucophage betreffen den Magen-Darm-Trakt.

  • Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust.
  • Häufig: Geschmacksveränderungen sowie Abnahme oder Mangel an Vitamin B12.
  • Sehr selten: Laktatazidose.

Zusätzlich sind seltene Hautreaktionen und Störungen der Leberfunktion möglich.

Ungewöhnliche, schwere oder anhaltende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Anwendung bei Kindern

Schwangerschaft

Eine gute Blutzuckereinstellung ist während der Schwangerschaft besonders wichtig.

Die verfügbaren Daten zu Metformin zeigen keinen eindeutigen Anstieg angeborener Fehlbildungen oder fetaler beziehungsweise neonataler Toxizität.

Ob Glucophage während einer Schwangerschaft weiter angewendet oder die Diabetesbehandlung verändert wird, entscheidet der behandelnde Arzt individuell.

Stillzeit

Metformin geht in die Muttermilch über.

Bei gestillten Kindern wurden in den verfügbaren Daten keine unerwünschten Wirkungen beobachtet, die Datenlage ist jedoch begrenzt.

Die Entscheidung über Stillen oder Fortführung der Metformin-Behandlung sollte deshalb unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens für das Kind und des therapeutischen Nutzens für die Mutter getroffen werden.

Kinder und Jugendliche

Glucophage kann bei Kindern ab 10 Jahren und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden.

Die Behandlung beginnt mit einer alters- und situationsgerechten Dosis, die anschließend anhand der Blutzuckerwerte und Verträglichkeit angepasst wird.

Rx

Glucophage ist verschreibungspflichtig

Glucophage 500 mg, 850 mg und 1000 mg wird in Deutschland auf ärztliche Verordnung abgegeben.

Die passende Wirkstärke und Tagesdosis richten sich unter anderem nach Blutzuckerkontrolle, Nierenfunktion, Verträglichkeit und bisheriger Diabetesbehandlung.

Eine Änderung der Dosierung sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache erfolgen.

Preis und verfügbare Packungsgrößen

Glucophage ist in Deutschland in den Wirkstärken 500 mg, 850 mg und 1000 mg erhältlich.

Die dargestellten Preise beziehen sich auf vergleichbare aktuell verfügbare Packungen und können sich abhängig von Anbieter, Verfügbarkeit und Abgabeweg verändern.

Wirkstärke Packungsgröße Preis
Glucophage 500 mg 120 Filmtabletten 20,18 €
Glucophage 850 mg 120 Filmtabletten 21,82 €
Glucophage 1000 mg 120 Filmtabletten 22,78 €
Hinweis zu Preis und Packungsgröße: Die dargestellten Preise gelten für die jeweils angegebene Wirkstärke und Packungsgröße und sind nicht als einheitlicher Festpreis für sämtliche Metformin-Präparate zu verstehen. Anbieter, Verfügbarkeit, Rezeptart und tatsächlich abgegebenes Arzneimittel können abweichen.

Versand und Abholung

Glucophage ist verschreibungspflichtig.

Die Abgabe erfolgt daher auf Grundlage einer gültigen ärztlichen Verordnung und entsprechend der tatsächlich verordneten Wirkstärke.

Informationen zur Bestellung, Abholung und zum Arzneimittelversand innerhalb Deutschlands finden Sie unter Versand & Lieferung bei der Eulen-Apotheke.

Häufige Fragen zu Glucophage

Wofür wird Glucophage eingesetzt?

Glucophage enthält Metformin und wird zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt, wenn Ernährung und körperliche Aktivität allein nicht ausreichen. Es kann allein oder zusammen mit anderen Diabetesmedikamenten beziehungsweise Insulin angewendet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Glucophage 500 mg, 850 mg und 1000 mg?

Alle drei Wirkstärken enthalten Metformin und unterscheiden sich in der Wirkstoffmenge pro Tablette. Welche Wirkstärke geeignet ist, richtet sich nach der verordneten Tagesdosis, der Nierenfunktion und der individuellen Verträglichkeit.

Sollte Metformin mit dem Essen eingenommen werden?

Ja. Glucophage wird während oder nach den Mahlzeiten eingenommen. Dadurch können typische Magen-Darm-Beschwerden häufig reduziert werden.

Warum verursacht Metformin häufig Durchfall oder andere Magen-Darm-Beschwerden?

Magen-Darm-Beschwerden treten besonders zu Beginn einer Metformin-Therapie auf. Eine schrittweise Dosissteigerung und die Einnahme während oder nach einer Mahlzeit können die Verträglichkeit verbessern.

Warum sind Nierenfunktion und Vitamin B12 bei Metformin wichtig?

Metformin wird über die Nieren ausgeschieden, weshalb eine eingeschränkte Nierenfunktion zu einer Wirkstoffanreicherung führen kann. Zusätzlich kann eine längerfristige Metformin-Behandlung den Vitamin-B12-Spiegel senken. Abhängig von der individuellen Situation können deshalb Kontrollen erforderlich sein.

Medizinischer Hinweis

Diese Seite dient der allgemeinen Arzneimittelinformation zu Glucophage und Metformin.

Sie ersetzt weder eine individuelle Diabetesbehandlung noch die Fach- und Gebrauchsinformation des tatsächlich abgegebenen Arzneimittels.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion, starker Dehydrierung, schweren Infektionen, geplanten Untersuchungen mit jodhaltigem Kontrastmittel, bevorstehenden Operationen oder Symptomen einer möglichen Laktatazidose sollte die weitere Einnahme medizinisch abgeklärt werden.

Quellen