
Aralen – Chloroquine Phosphate bei chloroquinempfindlicher Malaria
Aralen ist ein international beziehungsweise historisch verwendeter Markenname für Arzneimittel mit Chloroquine Phosphate.
Chloroquin gehört zu den 4-Aminochinolinen und wird zur Behandlung bestimmter chloroquinempfindlicher Malariaformen sowie bei extraintestinaler Amöbiasis eingesetzt.
Entscheidend ist bei Malaria, ob die am Reiseziel beziehungsweise Infektionsort vorkommenden Plasmodien noch gegenüber Chloroquin empfindlich sind.
Wegen weit verbreiteter Resistenzen ist Chloroquin nicht für jede Malariaregion geeignet.
Wirkstoff Chloroquin
Salzform Chloroquine Phosphate
Wirkstärke 500 mg Chloroquine Phosphate
Entspricht 300 mg Chloroquine Base
Arzneimittelgruppe Antimalariamittel / 4-Aminochinolin
Abgabe Verschreibungspflichtig
Was ist Aralen und wie wirkt Chloroquine Phosphate?
Chloroquin ist ein seit vielen Jahren verwendeter Wirkstoff gegen bestimmte Malariaparasiten.
Der Wirkstoff reichert sich in den Nahrungsvakuolen empfindlicher Plasmodien an und stört dort Prozesse, die für die Verarbeitung von Hämoglobinabbauprodukten erforderlich sind.
Dadurch wird die Entwicklung empfindlicher Parasiten im Blut gehemmt.
Chloroquin wirkt jedoch nicht gegen alle Plasmodium-Stämme.
Besonders bei Plasmodium falciparum ist die Resistenz in vielen Regionen weit verbreitet.
Zusätzlich kann Chloroquin bei extraintestinaler Amöbiasis eingesetzt werden.
Wofür wird Chloroquine Phosphate eingesetzt?
Die aktuelle Fachinformation zu Chloroquine Phosphate nennt drei wesentliche Anwendungsgebiete:
- Behandlung unkomplizierter Malaria durch chloroquinempfindliche Plasmodien,
- Malariaprophylaxe in geografischen Gebieten ohne relevante Chloroquinresistenz,
- Behandlung einer extraintestinalen Amöbiasis.
Chloroquine bei Malaria
Behandlung einer unkomplizierten Malaria
Chloroquin kann zur Behandlung einer unkomplizierten Malaria eingesetzt werden, wenn der verursachende Plasmodium-Stamm gegenüber Chloroquin empfindlich ist.
Für P. vivax und P. ovale empfiehlt die aktuelle CDC-Tabelle eine akute Behandlung mit Chloroquin nur bei chloroquinempfindlichen Infektionen. citeturn617608search1
Bei schwerer beziehungsweise komplizierter Malaria ist eine andere standardisierte Behandlung erforderlich.
Chloroquine zur Malariaprophylaxe
Für eine vorbeugende Anwendung kommt Chloroquin nur in Regionen infrage, in denen keine relevante Chloroquinresistenz besteht.
Das konkrete Reiseziel ist deshalb ein zentraler Faktor bei der Auswahl einer geeigneten Malariaprophylaxe.
Eine frühere gute Verträglichkeit von Chloroquin bedeutet nicht, dass das Arzneimittel für eine neue Reise automatisch geeignet ist.
Chloroquin-Resistenzen: Warum das Reiseziel entscheidend ist
Resistenzen gegen Chloroquin sind besonders bei Plasmodium falciparum weit verbreitet.
Auch bei P. vivax können chloroquinresistente Infektionen vorkommen.
Bei Infektionen aus chloroquinresistenten Regionen sollten andere antimalarische Behandlungsschemata verwendet werden.
Chloroquine Phosphate 500 mg und Chloroquine Base
Bei Chloroquin ist die Unterscheidung zwischen der Salzform Chloroquine Phosphate und der eigentlichen Chloroquine Base besonders wichtig.
| Angabe | Entsprechende Wirkstoffmenge |
|---|---|
| 500 mg Chloroquine Phosphate | 300 mg Chloroquine Base |
| 250 mg Chloroquine Phosphate | 150 mg Chloroquine Base |
Wie wird Chloroquine Phosphate eingenommen?
Die Einnahme von Chloroquine Phosphate hängt stark vom jeweiligen Anwendungsgebiet ab.
Für die Behandlung einer akuten Malaria gelten andere Dosierungsschemata als für die Malariaprophylaxe oder eine extraintestinale Amöbiasis.
Die Tabletten sollten deshalb genau entsprechend der ärztlichen Verordnung eingenommen werden.
Bei Kindern und Erwachsenen mit niedrigem Körpergewicht kann die Dosierung gewichtsabhängig festgelegt werden.
- Verordnete Dosis und Einnahmeintervalle genau einhalten.
- Chloroquine Phosphate und Chloroquine Base nicht verwechseln.
- Die Dosierung nicht aufgrund früherer Reisen oder Behandlungen selbst übernehmen.
- Bei einer Malariaprophylaxe die aktuelle Resistenzsituation des Reiseziels berücksichtigen.
Chloroquine bei extraintestinaler Amöbiasis
Chloroquine Phosphate kann auch bei extraintestinalen Infektionen durch Entamoeba histolytica eingesetzt werden.
Dabei handelt es sich um eine andere Erkrankung als Malaria.
Die Behandlung erfolgt über einen längeren Zeitraum und wird üblicherweise mit einem gegen intestinale Amöben wirksamen Arzneimittel kombiniert.
Gegenanzeigen und besondere Vorsichtsmaßnahmen
Chloroquine Phosphate darf bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Chloroquin beziehungsweise andere 4-Aminochinoline nicht angewendet werden.
Bei anderen Anwendungen als der Behandlung einer akuten Malaria ist Chloroquine Phosphate außerdem bei bestehenden Veränderungen der Netzhaut oder des Gesichtsfeldes kontraindiziert.
Besondere medizinische Vorsicht ist unter anderem erforderlich bei:
- Herzerkrankungen oder bekannten Herzrhythmusstörungen,
- Bradykardie,
- nicht korrigiertem Kalium- oder Magnesiummangel,
- Erkrankungen der Netzhaut oder Makula,
- eingeschränkter Nierenfunktion,
- Lebererkrankungen oder hohem Alkoholkonsum,
- Epilepsie oder erhöhter Krampfneigung,
- Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel.
Bei längerer Behandlung können zusätzliche Kontrollen erforderlich sein.
Chloroquine und Herzrhythmus: QT-Verlängerung
Chloroquin kann die elektrische Reizleitung des Herzens beeinflussen und das QT-Intervall verlängern.
Schwere ventrikuläre Herzrhythmusstörungen einschließlich Torsade-de-pointes-Tachykardien wurden unter Chloroquin beschrieben.
Das Risiko kann insbesondere bei hohen Dosen, bereits bestehenden Herzrhythmusstörungen, Bradykardie sowie nicht korrigiertem Kalium- oder Magnesiummangel erhöht sein.
Herzrasen, Ohnmacht, ausgeprägter Schwindel oder neu auftretende Rhythmusstörungen während der Behandlung sollten unverzüglich medizinisch abgeklärt werden.
Chloroquine und Augen
Chloroquin kann insbesondere bei längerer Anwendung oder hoher kumulativer Dosis die Netzhaut schädigen.
Eine durch Chloroquin verursachte Retinopathie kann dauerhaft sein.
Zu den wichtigen Risikofaktoren gehören eine lange Behandlungsdauer, eine hohe Dosis, eingeschränkte Nierenfunktion, bestehende Makulaerkrankungen und bestimmte Begleitmedikamente.
Welche Nebenwirkungen können bei Chloroquine auftreten?
Chloroquine Phosphate kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen.
Art und Wahrscheinlichkeit hängen unter anderem von Dosis, Anwendungsgebiet und Behandlungsdauer ab.
Beschrieben wurden unter anderem:
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchbeschwerden oder Durchfall,
- Kopfschmerzen und Schwindel,
- Juckreiz und andere Hautreaktionen,
- Sehstörungen,
- Veränderungen des Herzrhythmus,
- Unterzuckerung, auch bei Patienten ohne Diabetes.
Bei längerfristiger Anwendung können zusätzlich Netzhautschäden, Veränderungen des Blutbildes sowie Muskel- oder Nervenschäden relevant werden.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Chloroquin besitzt mehrere klinisch relevante Wechselwirkungen.
Besonders wichtig sind Arzneimittel, die ebenfalls den Herzrhythmus beeinflussen oder die Aufnahme beziehungsweise Konzentration von Chloroquin verändern können.
- Antazida und Kaolin: können die Aufnahme von Chloroquin vermindern.
- Cimetidin: kann den Abbau von Chloroquin hemmen und dessen Konzentration erhöhen.
- Arrhythmogene Arzneimittel: können das Risiko schwerer Herzrhythmusstörungen erhöhen.
- Insulin und andere Antidiabetika: Chloroquin kann deren blutzuckersenkende Wirkung verstärken.
- Ampicillin: Chloroquin kann dessen Bioverfügbarkeit vermindern.
- Cyclosporin: erhöhte Cyclosporin-Spiegel wurden beschrieben.
Chloroquine in Schwangerschaft und Stillzeit
Bei einer notwendigen Malariabehandlung oder -prophylaxe während der Schwangerschaft muss das individuelle Verhältnis von Nutzen und Risiko beurteilt werden.
Malaria selbst kann während einer Schwangerschaft erhebliche Risiken für Mutter und Kind verursachen.
Während der Stillzeit sollten Indikation, Dosierung und mögliche Alternativen individuell medizinisch beurteilt werden.
Aralen und COVID-19
Chloroquine Phosphate sollte nicht eigenständig zur Vorbeugung oder Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden.
Frühere Diskussionen über Chloroquin im Zusammenhang mit COVID-19 ändern nichts an den hier beschriebenen zugelassenen Anwendungsgebieten.
Ist Aralen in Deutschland erhältlich?
Aralen ist ein international beziehungsweise historisch verwendeter Markenname für Chloroquine Phosphate.
Eine reguläre deutsche Standardverfügbarkeit dieses konkreten Markenpräparats sollte vor einer Bestellung über eine Apotheke aktuell geprüft werden.
Für in Deutschland nicht zugelassene Fertigarzneimittel gelten besondere Einfuhrvorschriften.
Unter den Voraussetzungen des § 73 Absatz 3 Arzneimittelgesetz kann eine in Deutschland ansässige Apotheke im Einzelfall ein ausländisches Fertigarzneimittel beschaffen.
Chloroquine Phosphate ist verschreibungspflichtig
Chloroquine-Phosphate-Tabletten werden nur nach ärztlicher Verordnung angewendet.
Vor einer Behandlung oder Malariaprophylaxe müssen unter anderem Reiseziel, aktuelle Resistenzlage, Begleiterkrankungen und mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
Eine frühere Einnahme von Chloroquin ist kein Grund, das Arzneimittel bei einer neuen Reise oder Erkrankung ohne erneute medizinische Beurteilung zu verwenden.
Preis und verfügbare Packungsgrößen
Chloroquine Phosphate wird international von unterschiedlichen Herstellern angeboten.
Bei den als Referenz verwendeten Tabletten entsprechen 500 mg Chloroquine Phosphate einer Menge von 300 mg Chloroquine Base.
| Produktvariante | Packungsgröße | Preis |
|---|---|---|
| Chloroquine Phosphate 500 mg | abhängig vom verfügbaren Importpräparat | abhängig vom Einzelimport |
Versand und Verfügbarkeit
Die Verfügbarkeit von Aralen beziehungsweise ausländischen Chloroquine-Phosphate-Präparaten unterscheidet sich von regulär in Deutschland zugelassenen Arzneimitteln.
Nicht in Deutschland zugelassene zulassungspflichtige Arzneimittel dürfen grundsätzlich nicht wie regulär zugelassene Arzneimittel im Versandhandel direkt an Verbraucher nach Deutschland geliefert werden. citeturn617608search2
Ein zulässiger Einzelimport kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen über eine in Deutschland ansässige Apotheke erfolgen.
Häufige Fragen zu Aralen und Chloroquine Phosphate
Was ist Aralen?
Aralen ist ein international beziehungsweise historisch verwendeter Markenname für ein Arzneimittel mit Chloroquine Phosphate. Chloroquin gehört zu den Antimalariamitteln und wird außerdem bei extraintestinaler Amöbiasis eingesetzt.
Wofür wird Chloroquine eingesetzt?
Chloroquine Phosphate wird zur Behandlung bestimmter unkomplizierter Malariaformen durch empfindliche Plasmodien, zur Malariaprophylaxe in Regionen ohne relevante Chloroquinresistenz und bei extraintestinaler Amöbiasis eingesetzt.
Kann Chloroquine zur Malariaprophylaxe verwendet werden?
Ja, aber nur in Regionen, in denen keine relevante Chloroquinresistenz besteht. Für viele Malariagebiete sind aufgrund der Resistenzlage andere Arzneimittel erforderlich.
Was bedeutet Chloroquine Phosphate 500 mg?
Bei den hier als Referenz verwendeten Tabletten entsprechen 500 mg Chloroquine Phosphate 300 mg Chloroquine Base. Beide Mengenangaben dürfen bei der Dosierung nicht verwechselt werden.
Ist Aralen in Deutschland erhältlich?
Die aktuelle Verfügbarkeit des konkreten Markenpräparats Aralen sollte über eine Apotheke geprüft werden. Nicht in Deutschland zugelassene ausländische Arzneimittel können nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen für einen Einzelimport beschafft werden.
Medizinischer Hinweis
Diese Seite dient der allgemeinen Arzneimittelinformation zu Aralen beziehungsweise Chloroquine Phosphate.
Sie ersetzt weder eine reisemedizinische Beratung noch eine ärztliche Diagnose, individuelle Therapieentscheidung oder die Fach- und Gebrauchsinformation des tatsächlich verwendeten Arzneimittels.
Bei bestehender Herzrhythmusstörung, Augenerkrankungen, Epilepsie, Nieren- oder Lebererkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente sollte vor einer Chloroquin-Anwendung eine individuelle medizinische Prüfung erfolgen.